CHRONIK

Die Obermeister der Bäcker-Innung Rosenheim seit der Innungsgründung 1906

1906 Max Engelsperger
1921 Franz X. Buchecker
1937 Franz X. Spiegel
1946 Franz Lehner
1971 Adi Schmidmayer
1973 Anton Zanker
1979 Franz Mosburger
1997 Hans Schmid
2003 Hubert Steffl

 

Die gute alte Zeit

1906  Innungsgründung durch den 1950 verstorbenen ersten Obermeister (bis 1919) Max Engelsperger

15. März 1921 Erster Eintrag ins Protokollbuch: Obermeister Buchecker berichtet über die damals wegen der Zwangswirtschaft großen Probleme mit Zuteilungsquoten und Preisfestsetzungen. Beginn der Inflation. Brotpreis 3,80 Mark bei einem Mehlpreis von 3,85 Mark pro Kilo. Jahresbericht erwähnt 83 Mitglieder, OM bleibt Buchecker, Stellv. Rampfl, Kassier Brandl, Schriftführer Hammel und Schustetter, Beisitzer Spiel und Mooslechner.

10. August 1921 Gehilfen verlangen Teuerungszuschlag von 80 Mark pro Woche. Semmelpreis klettert auf 50 Pfennig.

9. Dezember 1921 Gehilfenwochenlohn wird auf 320 Mark festgesetzt (München schon bei 550 Mark)

21. Mai 1922  Der Semmelpreis steigt auf 80 Pfennig

24. Juli 1922  Die Semmel kostet 1,20 Mark. Steigt am 8. Oktober auf 5 Mark!

22. Dezember 1922 Die Semmel kostet 15 Mark, das Kilo Brot 220 Mark, der Sack Mehl 13.244 Mark. Die Gehilfen verdienen 21.000 Mark pro Woche.

2. August 1923 Gehilfenlohn 2 Millionen Mark, Semmelpreis 25.000 Mark.
In diesem turbulenten Zeitraum wurden 200 Innungsversammlungen abgehalten. Hoffen wir, dass sich derartiges nicht wiederholt.

 

"Brez'n-Krieg"
Viel Wirbel machten die Angestellten des Oberbayerischen Volksblattes, als am 21. November 1972 die Brez'n teurer wurden. Sie vermuteten eine Reaktion der Bäcker auf die Wahl vom 19. November. Mit Protestplakaten demonstrierten etwa 20 Mann in der Filiale der Bäckerei Bergmeister. Diese Aktion erwies sich jedoch als unnütz, denn die meisten Kunden verstanden den gestiegenen Preis und kauften ihre Brez'n weiterhin in den Bäckereien ein.


Die Bäcker-Innung Rosenheim seit der Gebietsreform 1978
Die jetzige Bäcker-Innung ist identisch mit dem Landkreis Rosenheim. Dieser wurde bei der Gebietsreform 1978 um die ehemaligen Landkreise Wasserburg und Bad Aibling erweitert. Diese Entwicklung war schon in den späten 60iger Jahren vorhersehbar. Auch in den damals noch selbstständigen Innungen Rosenheim, Bad Aibling und Wasserburg entstand der Trend zur Konzentration und so fanden sich am 25. Februar 1971 zunächst die Rosenheimer und Bad Aiblinger Innung zur Fusionsversammlung ein. Später – am 24. April 1973 - schloss sich auch die Innung Wasserburg der starken Einheit an. Die damaligen Obermeister, die das Ganze in die Wege geleitet hatten, waren der Rosenheimer Obermeister Adolf Schmidmeier, der Bad Aiblinger Obermeister Franz Demmel und der Wasserburger Obermeister Stangl. Für die neue Gesamtinnung Rosenheim wurden gewählt als Obermeister Anton Zanker und sein Stellvertreter Georg Gotzler. Der damalige Schriftführer Franz Mosburger übernahm am 25. Mai 1979 als Obermeister die damals auf finanziell schwachen Beinen stehende Innung und führte sie kontinuierlich wieder nach oben. Ihm folgte 1997 Hans Schmid aus Raubling und dieser behielt das Amt sechs Jahre. Seit dem 19. März 2003 "regiert" nun Hubert Steffl aus Vagen die Rosenheimer Bäcker-Innung.

 

Neue Innungsfahne zum Verbandstag
Am 23./24. Juni 1990 fand zum ersten Mal der Bayerische Bäckerverbandstag in Rosenheim statt. Rund 1.000 Gäste aus dem gesamten bayerischen Raum, aber auch aus Österreich nahmen an der Veranstaltung teil.
Auf der Frühjahrsversammlung befürwortete eine große Mehrheit die Anschaffung einer neuen Innungsfahne. Der Vorschlag dazu stammte vom damaligen Obermeister Franz Mosburger. Spontan wurde von den Teilnehmern der Versammlung der notwendige Anschaffungsbetrag gespendet. Als Patenverein fungierte die Nachbarinnung Traunstein.

 

Kreishandwerkerschaft übernimmt Geschäftsführung
Die dazu notwendige Beschlussfassung erfolgte am 15. November 1995 im Rahmen der Herbstversammlung im Gasthof zur Post in Rohrdorf. Die Übergabe der Geschäftsführung an die Kreishandwerkerschaft Rosenheim wurde mit 27 Ja-Stimmen bei 3 Enthaltungen beschlossen.